Allein sein – zum üben oder so

Da packt er schon.

Nein nicht für seine große Reise. Nur für ein Wochenende.

Aber ein Wochenende ohne mich.

Auch nicht schlimm, Jungswochenende am With Full Forth Festival.

Nicht meine Musik, nicht mein Jahr für Festivals, sollen se mal machen.

Freitag kommt ne liebe Freundin über Nacht.

Samstag schläft das Nichtilein hier.

Alles soweit ok.

Aber dieses Gefühl in mir grad war/ist so komisch.

Zu sehen, wie er durch die Etagen wuselt, Sachen zusammen trägt, mit dem Bruder freudig am Telefon quasselnd, planend… und ich bleib hier, ich gehör nicht dazu. Ich bin die der man tschüß sagt.

Nur ein Wochenende aber es hat sich komisch angefühlt.

Ich fühl mich momentan sehr platt. Der Alltag frißt an mir. Ich hab etwas das Gefühl, daß mein Hamsterrädchen einen Gang hochgeschaltet hat und ich hetz mich ab drin zu bleiben.

Arbeit, Reha, Haushalt, Kinder, Tiere, alles nimmt momentan viel Raum ein, viel aktiven Raum, Must-Do Raum und ich hab oft das Gefühl, ich mag jetzt nicht mehr mitrennen.

Der Rücken schmerzt, weil ich zuviel rumhetze, rumsitze (Arbeit, im Auto, bei Terminen) und zuviel schleppe (Einkäufe, Wäsche, Verantwortung).

Da können 5 Tage ohne seine Unterstützung schon lang auf einen Wirken. Sonst geht er morgens vor der Arbeit mit dem Hundeopa und Abends spät und wenn ich wie heute total platt nach 3 Stunden Reha nach Hause komme geht er auch mal die Vorabendrunde.

Die gehören nun ab morgen alle mir. Einkaufen haben wir auch nicht mehr geschaft. Wochenendeinkauf gehört also auch mir.

Das sind nur 5 Tage, sogar noch mit 2 Freuereignissen aber mir ist das irgendwie grad zu viel, komisch oder?

Ich war Jahrelang vor ihm allein (ok kleiner Wohnung und keine Haustiere aber auch kleinere Kinder) und ich war letztes Jahr einige Monate alleine, da hab ichs einfach gewuppt, jetzt krieg ich langsam Angst.

Es wird Herbst werden wenn er geht, nicht nur im Herzen.

Es wird kalt werden, ungemütlich, hoffentlich nur draußen.

Es wird viel dunkler werden, vielleicht auch in meiner Seele.

Es wird anstrengend, die beiden Zuckerschnecken haben ab September ein wichtiges halbes Jahr vor sich. Die Kleine hat das Schulhalbjahr aus dem das Bewerbungszeugnis für die weiterführende Schule entstehen wird. Die Große hat Ihren Start auf dem Gymnasium.

Die Kinder lieben ihn so sehr, er ist für die Beiden der Papa, sie werden ihn sehr vermissen. Sie haben schon so viel mitgemacht dieses Jahr.

Amys Babys werden gerade 4 Wochen alt sein und flügge werden, wenn er weg geht.

Ich muß irgendwie weiterhin Rehasport machen, damit der Rücken heilen kann.

Heute war der Hundeopa sehr sehr schlapp, wankte etwas bei der kurzen Pipi Runde zwischen Arbeiten und Reha. Ich hab Angst das Caruso, der sein Herrchen auch vermissen wird, vielleicht sterben könnte, während er seinen Traum lebt. In den letzten Monaten ist unser Hundeopa schon sehr rasch gealtert, da bin ich mir sicher, daß es auch an den Umzug nach Wuselhausen lag.

Wenn ich das so aufschreibe werde ich wieder wütend auf ihn. Also hör ich jetzt auf, ich will nicht wütend sein, nicht jetzt schon.

Ich will auch nicht egoistisch sein. Was bin ich für eine Freundin, wenn ich meinem Mann bei seinen Träumen im Weg stehe?

Aber doof darf ich das alles finden oder?

Angst darf ich doch auch haben oder?

Oder bin ich ein Weichei?

Na dann wollen wir mal die 5 Tage üben.

LG

Die Pummelfee

 

 

 

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Über vonpummelfeezuelfe

Über mich? Steht doch alles im Blog! :-)
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3 Antworten zu Allein sein – zum üben oder so

  1. Talarion schreibt:

    Ich fürchte, bei der ganzen Sache gibt es kein schwarz/weiß. Klar, er möchte das gerne machen, es ist sozusagen sein Traum. Auf der anderen Seite geht es dir nicht gut, du fühlst dich überfordert und du vermisst ihn. Ich kann beide Seiten irgendwie verstehen. Und warum soltlest du ein Weichei sein, weil du ihn vermisst. Wäre doch traurig, wenn du es nicht tätest ? Was würde das denn aussagen ?
    Und ja, es wird viel passieren, während er weg ist. Ist er dann dafür verantwortlich ? Nicht für alles. Ich hoffe natürlich ,dass es dem Opa bald besser geht, aber wenn das worst case Szenario eintritt und er nicth da ist ist er sicherlich nicht dafür verantwortlich. Das wäre etwas unfair.
    Und er ist ja sicherlich nicht völlig ab vom Schuß. Wernn es da internet gibt kann man skypen, oder er liest hier im Blog mit. Da gibt es viele Möglichkeiten !
    Und ich weiß nicht, wie deine Kiddies im Haushalt eingebunden sind, aber bei der Menge was ihre Mutter für sie so alles macht helfen sie dir doch sicher gerne !
    Nur Mut, das wird !

  2. Christina schreibt:

    Natürlich darfst du ihn vermissen und auch ein wenig Angst vor der Zukunft haben – aber ganz sicher wird längst nicht alles so heftig kommen, wie du es dir gerade ausmalst. Deine zwei- und vierbeinigen Wusels werden dich auf Trab halten und ablenken, da sei dir sicher. Und auch, wenn dem Hunde-Opi der (hoffentlich vorübergehende) Abschied von seinem Herrchen schwer werden wird – muß man ein Stück Selbstverwirklichung grundsätzlich dem emotionalen Wohlergehen aller anderer unterordnen?
    Ich wünschte manchmal, ich wäre dazu in der Lage, mein persönliches Wohl mit etwas mehr Egoismus durchzusetzen – aber angesichts der von mir abhängenden Zwei- und Vierbeiner bin ich dazu nicht in der Lage… Typisch weiblich – oder?

    Liebe Grüße von Christina

  3. vonpummelfeezuelfe schreibt:

    Danke Ihr beiden, für Eure Worte und Gedanken.

    Natürlich gebe ich ihm keine Schuld an Dingen die hier geschehen, während er weg ist. Das wäre wirklich unfair.

    Die Wut in mir, kommt von seinem „Alleingang“, nicht dass er allein bzw. mit seinem Bruder wegfliegt, sondern weil ich davon erst erfahren hatte, als schon alles gebucht und in trockenen Tüchern war, daraus kommt die Wut und diese Wut steigt immer wieder in mir hoch, wenn mein Was-wäre-wenn Gedankenkarussel loslegt.

    Natürlich steht man auch immer wieder da und denkt, schön das Du Deine Träume so kompromisslos lebst aber was ist denn mit meinen Träumen? Denn die wurden immer wieder auf Eis gelegt und da kann ich mich dann auch gut zu Christina stellen. Typisch weiblich, erst die Verantwortung, dann die eigenen Träume.

    Aber allein werde ich nicht sein, dafür ist hier viel zu viel buntes leben, da habt ihr schon recht 🙂

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