Gute Reise…

Befürchtet, ersehnt, verdrängt, betrauert heute morgen war es also so weit.

Wie gern wollte ich mich noch einmal von ihm wecken lassen, noch einmal wachgeküsst werden aber diese blöde innere Anspannung lies mich viel zu schnell von allein wach werden.

Keine Ruhe in mir, keine Möglichkeit sich nochmal um zu drehen, es geht los.

Unser letztes Familienfrühstück haben wir uns nicht nehmen lassen, die große Wuseldame hatte sogar noch einen Bilderrahmen mit Liebesbekundungen und einem Foto von sich für ihn gebastelt.

Ich saß da, versuchte mich nicht bei jedem Stück zu verschlucken, versuchte nicht zu weinen…

Etwas rumgewusel, ein letzter Dogwalk und dann gings los, ab zum Bahnhof.

Sein Bruder wartete schon auf uns.

Noch einen einen Coffe to go, fein zusammenreißen und dann…

Ja dann sah er mich an, die große Wuseldame sah mich, dann ihn und sagte: Mama ist soooo traurig!

Tja das wars dann mit der Selbstbeherschung.

Es wurde dann zu dieser irrealen Situation zwischen lachen, weinen und warten.

Immer wieder runtergeholt, sollte er doch nicht nur ein verheultes Gesicht von mir in Erinnerung haben…

Wollte ich den Jungs doch nicht den Start vermiesen…

So wurde ich noch schnell zur Fotografin, alberte etwas mit allen rum und dann gings auf den Bahnsteig.

Wie immer kurze Hektik: Ist das jetzt schon der Zug? Ja, nein, vielleicht, dann doch, also ab in den Zug gesprintet.

Ein letzter Gruß

und 2 voll mit Vorfreude bepackte Jungs machten sich auf den Weg und ließen 3 weinende Mädchen zurück….

Gute Reise Jungs!

Passt auf Euch auf und macht keine Scheiße, wie sterben oder so!

Die die zurück bleibt.#

Um das hier zu versteh’n
Braucht es Hirne und Herzen
Von nie da gewesener Größe,
Braucht es Tränen und Schmerzen.
Ich müsst‘ es selber seh’n,
um das hier zu versteh’n.
Um das hier zu versteh’n,
braucht es Arme und Hände
Von nie da gewesener Stärke,
braucht es Fäuste, braucht es Wände.
…Und dann nach Hause geh’n,
um das hier zu versteh’n.

Und was nützt uns uns’re Weisheit in ’ner ausgemachten Scheißzeit?
Und was nützt uns die Erkenntnis, dass das was Heimat war jetzt Fremde ist?
…Wenn wir trotzdem niemals lernen, was es heißt sich zu entfernen
ohne jemals ganz zu geh’n
Wenn’s das gäbe, wär das schön.

Ich hab‘ den Verstand verloren.
Blinde Augen,
Taube Ohren,
Stumme Lieder,
Leere Bücher,
Pfeifen, Flaschen, Taschentücher
Und wir rennen um unser Leben
Du davon und ich entgegen
Ich würd‘ dich gern morgen seh’n
Wenn’s das gäbe wär das schön. …

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Über vonpummelfeezuelfe

Über mich? Steht doch alles im Blog! :-)
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10 Antworten zu Gute Reise…

  1. choco schreibt:

    Hallo Du! Ich hab irgendwie bis heute nicht verstanden, was er nun eigentlich macht…tut mir leid, wenn Du es eventuell nochmal erklären musst. Ich hoffe, dass es Dir ganz bald wieder besser gehen wird.

    • vonpummelfeezuelfe schreibt:

      Hallo Choco,

      phisolophisch ausgedrückt will er sich selbst finden.

      Prakmatisch ausgedrückt macht er ein Work und Travel Jahr.

      Mit Insiderwissen gesagt, er läuft weg und wir dann irgendwann überlegen ob er zurück kommt….

      • choco schreibt:

        Und lässt Dich und die Kinder alleine daheim? Ach Mensch, das tut mir wirklich ganz doll leid!

  2. vonpummelfeezuelfe schreibt:

    Ja das tut er! Danke Dir Choco!

    • choco schreibt:

      Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Heftig!

      Und so versteh ich auch auf einmal Deinen Blog und das Drumherum! Was für furchtbare Gedanken Du haben musst und welche Ängste in Dir stecken müssen!

      So eine Situation hat niemand verdient!

  3. SusiP schreibt:

    Ist schon irgendwie egoistisch, oder? Hat der Bruder Familie?

    • vonpummelfeezuelfe schreibt:

      Ja es ist egoistisch Susi, es ist ein Ich-Mensch-Ding, es ist nichts was man tun sollte, wenn man Familie hat und diese nicht dahintersteht.

      Es wird ein Weg werden, für mich, für die Kinder, für ihn und ob wir am Ende dieses Weges wieder dort gemeinsam sitzen, ist eben genau das was ich nicht weiß, was mir jetzt so viel Angst macht, den dem alten Arschloch Liebe ist das grad alles so egal, daß will ihn nicht verlieren, will verstehen, will an das uns glauben, will Zeit geben.

      Mal sehen wer letztendlich das Sagen hat.

      Der Bruder hat keine Familie, keine Freundin, lebt in einer Wohnung die der Familie gehört…

      Als der Mann zweifelte ob er es wirklich tun sollte, beharte der Bruder drauf.

      Neue Kunst wird sein, wenn wir uns hier retten, auch den Bruder irgendwann wieder ansehen zu können ohne diesem bösen Gefühl im Bauch.

      • SusiP schreibt:

        Das ist ja reichlich fies vom Bruder. Also scheint der auch EInfluss auf ihn zu haben. Sonst hätte ich vielleicht die Hoffnung, er kommt vor Sehnsucht früher zurück. Musste es denn ein ganzes Jahr sein?

        Bis zu deiner Erklärung oben, wusste ich auch nicht, warum du immer schreibst: Der Mann, der noch hier wohnt! aber nun.

        Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen, aber dennoch wohl nur erahnen. Wie hat er es denn den Kindern erklärt? (Wie alt sind die?)

  4. choco schreibt:

    Es ist traurig, dass ein Mann, der eine Familie daheim hat und wohl ein ordentliches Leben führt, sich sowas erlaubt! Da weiß man auch keinen Rat zu erteilen, denn es ist verständlich, dass Du ihn trotzdem liebst und an eure Liebe und eine Rückkehr (zu alten Zeiten) glaubst…aber ganz ehrlich: Wie kann er Dich, die Kinder (die ja nun wirklich noch Kinder sind), die Katzenkinder, euer Heim so im Stich lassen?!

  5. Mandy schreibt:

    Ich glaube, dass ich ein solch egoistisches und vollkommen rücksichtsloses Verhalten nicht entschuldigen könnte. Aber Liebe vermag wohl sehr vieles und ich wünsche dir von ganzem Herzen einen Überschuss an Liebe, damit du diese Zeit überstehen kannst, um am Ende sagen zu können – „Wir haben es geschafft, dass aus einem egoistischen ICH ein familiäres WIR“ geworden ist.

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