Nur eine von vielen…

das will man nicht so gern sein.

Der Mensch ist ja bekanntlich gern individuell, zumindest fühle ich das so.

Momentan könnte ich aber genau dies, nur eine von vielen, von mir behaupten.

Dafür muß ich nicht mal global denken.

Da reicht es sich sehr nah um zu sehen.

Aber ich bin nicht nur eine von vielen.

Ich bin eine von DENEN.

Denen, die auch gehen müssen.

Die eben diese DENEN sind jetzt irgendwie ein WIR geworden.

Ich konnte die letzten Tage nicht viel schreiben, weil hier ständig das Telefon klingelt und wenn es klingelt sind da Menschen dran, die eigentlich nicht meine Freunde sind.

Es sind einige von denen, die mir so ans Herz gewachsen waren in all den vielen Jahren.

Diese Art von Menschen, die man eigentlich immer nur in den heiligen Hallen sah, mit denen man sich schon so oft vorgenommen hatte, mal was privat zu unternehmen, es aber irgendwie doch fast nie dazu kam.

Jetzt geht es Ihnen auf einmal wie mir.

Wir sind, nach fast durchgehend vielen, vielen Jahren Loyalität nun nicht mehr dabei.

Teilweise hat es mich hart getroffen, wer da jetzt eine oder einer von UNS geworden ist.

Teilweise habe ich getröstet, teilweise wurde ich getröstet und das immer mit Menschen, die gerade in der gleichen Situation stecken.

Alle haben Angst, sind teilweise wütend, sind gekränkt, wissen nicht wie sie sich fühlen sollen.

Aber es sind alle, genau wie ich, keine Hetzer!

Bei allen hängt viel Herz an den alten Hallen. Bei allen überwiegt das Gefühl, daß es gute Jahre waren, daß sie einen auch weiter gebracht haben, daß man Erfahrungen gesammelt hat, die einem keiner mehr nehmen kann.

So fühlen wir uns als ein WIR.

Wollen unser Recht, wollen aber keinen Krieg.

Es wird unterstützt, ein Ratschlag gegeben, Adressen ausgetauscht, Verabredungen getroffen.

Keiner weiß so richtig wohin mit sich momentan.

Die Menschen ohne Familie tun mir gerade mehr leid, als ich mir selbst.

Bei mir bleibt die Struktur.

Ich kann nicht liegen bleiben, nicht versumpfen, hier sind Menschen und Tiere die mich brauchen.

Bei anderen habe ich Angst, daß sie dies nicht aufrecht erhalten können, da rückt das eigene Schicksal temporär in den Hintergrund, da will man jemanden an die Hand nehmen, wobei man doch selbst gerade getragen werden möchte.

Aber vielleicht liegt es daran, daß ich getragen werde.

Sei es der Mann, der einfach fast immer das Richtige sagt oder tut, der Abends um halb zehn noch einen Pfannkuchen backt und ihn mir mit Nutella bestrichen und zusammengerollt, mit den Worten überreicht, Du guckst grad nach Pfannkuchen!

Der mich immer wieder darin bestärkt, daß er sich gar keine Sorgen macht, daß ich nichts neues finde, weil wenn sich eine gut verkaufen könnte, dann wäre ich das.

Der nicht müde wird zu betonen, daß ich mir jetzt gefälligst erstmal etwas Zeit für mich nehmen soll.

Der mich jetzt halt gerade einfach mal trägt!

Es ist auch die erweiterte Familie, die alles umschmeißt an eigenen Plänen, um es mir zu ermöglichen einpaar Tage andere Luft zu schnuppern.

Auch hier bin ich eine von vielen, eine von vielen Menschen die zu einer FAMILIE gehören!

So fällt es mir gerade nicht wirklich schwer eine von vielen zu sein, auch wenn ich mich in diesem Gefühl trotzdem immer mal wieder alleine fühle.

Für die Menschen und mich, die jetzt bald neue Wege gehen müssen, habe ich jetzt erstmal ne Party ins Leben gerufen, eine Party, wo wir uns hier verwöhnen werden, wo wir lecker essen, trinken und reden werden, alle haben zugesagt!

Es wird keine leichter Weg werden, dessen bin ich mir bewußt, es werden einige Hürden kommen, die ich bewältigen muß, vor vielen stehe ich schon aber was ich in den letzten Tagen immer wieder merken durfte, ich stehe nicht allein vor Ihnen!

Die nächsten zwei Tage werden noch sehr doof sein, ich muß mich konzentrieren, obwohl sich mein Kopf immer wieder dreht, ich werde mich aufrecht halten müssen, obwohl ich mich einigeln will, ich muß noch einmal richtig trotzig sein und dann, ja dann werde ich bei frischer Luft erst einmal aufatmen und dann dürfen die „neuen“ Tage kommen.

Wie gut ich sie meistern werde weiß ich noch nicht, ich glaube ich muß mir auch ein hinfallen zugestehen aber wichtig wird das hier sein:

Advertisements

Über vonpummelfeezuelfe

Über mich? Steht doch alles im Blog! :-)
Dieser Beitrag wurde unter Emotionales veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Nur eine von vielen…

  1. schnackeline schreibt:

    Ich beneide Dich um Deine Fähigkeit Gefühle und Stimmungen in Worte zu fassen. Du bist eine tolle und großartige Frau. Du wirst alles meistern und weiterhin hoch erhobenen Hauptes durch die Welt gehen. Und Du hast etwas, was lebenswichtig ist. Du hast Menschen um Dich, die Dich lieben, tragen und trösten und die Dir im richtigen Moment auf den richtigen Weg helfen.

    Ich freu mich, Dich zur Freundin zu haben und drück Dich ganz feste ((((Pummelelfe)))).

    LG Schnackeline

  2. susa schreibt:

    Frau Pummelfee,

    immer dran denken: „Das Ende von was ist der Anfang von etwas anderem“, schau nach vorne und nicht zurück, denn es wird sich dir ganz viel Neues und Spannendes ergeben, da bin ich mir sicher. Wenn du erstmal den Schock und die Starre abgelegt hast, wirst du erkennen, dass sich aus dieser Situation auch ungeahnte, positive Sichtweisen ergeben können. Du bist jetzt frei und flexibel und die Welt wartet auf dich….du wirst sehen.

    Ich drück dich
    Susa

  3. Alex schreibt:

    Liebe Frau Pummelfee,

    ich will hier keine leeren Phrasen dreschen und habe wirklich MItgefühl für Dich und Deine momentane Situation. Und ja, Du darfst auch mal den Kopf in den Sand stecken. Es ist aber nur eine Momentaufnahme … klar hat man Zukunftsängste etc. pp., aber so wie ich Dich in Berlin (Zitrone) kennengelernt habe, so kann ich Deinem Männe in seiner Aussage nur zustimmen. Nachdem Du den Schock überwunden, in die Taschentücher geschneuzt hast, die Krone gerichtet und Dich aufgerappelt hast, kannst und wirst Du Dich jobmäßig extrem gut verkaufen. Denn Du bist ein unglaublich sympatischer Mensch, hast Persönlichkeit und trägst sie nach außen (viele können das nicht) und das wird Dir helfen im zukünftigen Vorstellungsgespräch zu punkten, Qualifikationspapiere hin oder her.

  4. Annamira schreibt:

    Du liest Dich köstlich!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s